Geschäftsführertreffen der Landesverbände im Deutschen Bühnenverein

14. bis 16. September 2022

Das Zusammentreffen der Geschäftsführer und ihrer Vertreter im schönen Radebeul war geprägt von einem intensiven Austausch über die aktuell bewegenden Themen zur Erhöhung der Mindestgage, Strompreisentwicklung und dem Aufruf des Landesverbandes Ost "Es braucht Kultur".
Im Anschluss an die Tagung luden der Vorstandsvorsitzende des Landesverbandes Sachsen, Lutz Hillmann, und der Gastgeber, Intendant der Landesbühnen Sachsen, Manuel Schöbel, auf das Weingut nach Schloss Proschwitz ein.
Nachfolgend einige Impressionen:


VERNETZUNGSTREFFEN DES DEUTSCHEN BÜHNENVEREINS / LANDESVERBAND SACHSEN ZUM THEMA NACHHALTIGKEIT

 

Schon seit längerem steht das Thema Nachhaltigkeit auf der Agenda des Landesverbands Sachsen. Gerne haben wir daher die Einladung des neuen Intendanten, Tobias Wolff, angenommen, uns in der Oper Leipzig im Umfeld des durch ihn initiierten „Thementag Nachhaltigkeit"  zu treffen. Die Einladung ging an alle Mitglieder des Landesverbands, Theater und Orchester aus Sachsen, und wir waren froh, mehr als 40 Teilnehmer*innen begrüßen zu können. 


Die Veranstaltung begann um 13.30 mit der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Landesverbands Sachsen, Lutz Hillmann (Intendant des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters Bautzen). Das Einstiegsreferat durch Dr. Thomas Oberender entlang seines aktuellen Buches „Gaia - Theater“ (https://www.theaterderzeit.de/buch/gaia-theater/) setzte das Thema zunächst in einen philosophisch-reflektiven Rahmen und bildete so eine ideale Grundlage für die anschließenden eher praktischen Annäherungen. 

 

Ralf Zeger, Ausstattungsleiter an den Landesbühnen Sachsen und Leiter der AG Nachhaltigkeit beim Bund der Szenografen, widmet sich seit einigen Jahren diesen drängenden Fragen vor allem insichtlich der Arbeitsprozesse zu Theaterausstattungen; er führte in die Gedanken zu „Grüne Bühne - Ein Leitfaden für nachhaltiges Entwerfen und Produzieren in Bühne und Kostüm“ ein.  https://www.szenografen-bund.de/service

 

Anschließend wurde das Thema in zwei Arbeitsgruppen besprochen. 

1.
Ulrike Lessmann, Chefdramaturgin am tjg.Theater Junge Generation Dresden, sprach über die vielgestaltigen Erfahrungen mit der als „nachhaltige Produktion“ angelegten Inszenierung „Tiere essen“ in der Spielzeit 2021/22, die im Mai beim 11. Sächsischen Theatertreffen mit dem Hauptpreis geehrt wurde. 

"Vom Nachhaltigkeitsprojekt zur nachhaltigen Struktur"
Wie können wir beginnen, Nachhaltigkeit in unseren Institutionen und der künstlerischen Praxis zu denken und umzusetzen? In welchen Schritten kommen wir vom Nachhaltigkeitsprojekten dazu, das Thema langfristig in Strukturen zu überführen ? Welche Funktion kann dabei einer Nachhaltigkeits-AG zukommen? Welchen Auftrag, welchen Gestaltungsspielraum hat sie? Wo kann projekthaftes Handeln strukturelle Veränderung bewirken und wo liegen die Grenzen? Diese Fragen werden am Beispiel eines zweijährigen, extern begleiteten, Prozesses um die Inszenierung "Tiere essen" am tjg. besprochen, bei dem Materialfragen, Arbeitsweisen, Kommunikationswege hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit untersucht wurden."

 

2.
Lutz Hofmann, bis Sommer 2022 Technischer Direktor am tjg.Theater Junge Generation Dresden, absolvierte beim Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit die Weiterbildung "Transformations-Management Nachhaltige Kultur“ 2021/22. 
In dem von ihm geleiteten Gespräch ging es um "Nachhaltig arbeiten im Theater. Produktions- und Inszenierungsprozesse neu denken. Ressourcen schonen, Materialien wiederverwenden. Neue Ansätze für Arbeitsprozesse im Theater. Ist Kreislauf- statt Einwegwirtschaft in künstlerischen Produktionen denkbar? Input und Diskussion zu Hemmnissen, Lösungen und neuen Wegen."  

 

Die engagierten Diskussionen der Teilnehmenden bewies, wie dringend die Auseinandersetzung mit dem Thema und wie notwendig der intensive Austausch dazu ist. Daher sehen wir unser Treffen als eine Auftaktveranstaltung, der weitere, dann sicherlich präzisierte und auf Berufszweige zugeschnittene Begegnungen folgen werden. 

14.09.2022


"Im Schatten des Krieges" - Die sächsischen Theater und Orchester solidarisieren sich

Der russische Angriff auf die Ukraine ist ein schockierender Verstoß gegen die europäische Friedensordnung der letzten Jahrzehnte. Der Bundeskanzler hat Recht, wenn er von einem ‚eklatanten Bruch des Völkerrechts' spricht. Bis zuletzt haben auch die Mitglieder des Deutschen Bühnenvereins gehofft, dass Vernunft einzieht und eine Lösung des mutwillig herbeigeführten Konflikts auf diplomatischem Wege möglich bleibt. Diese Hoffnungen auf die Kraft des Friedens und des Gesprächs sind durch die heutige Entscheidung des russischen Präsidenten bitter enttäuscht worden.

Der von Russland begonnene Krieg dient offensichtlich nicht nur russischen Machtbestrebungen, sondern zielt erkennbar auch ganz grundsätzlich auf die Idee einer offenen und freien Gesellschaft in der Ukraine, auf die Möglichkeiten für Kunst und Kultur, sich überall auf der Welt frei zu entfalten und auf den Wunsch vieler in Vielfalt und Frieden miteinander leben zu können.

Der Deutsche Bühnenverein steht solidarisch zu all jenen, die weiter fest an diese Möglichkeiten eines vielfältigen und friedlichen Miteinanders, an die Kraft der Kunst und die befriedende Wirkung der Kultur glauben und die jetzt dafür streiten müssen. In der Ukraine, aber auch in der russischen Zivilgesellschaft. Es gibt viele gute Beispiele, wie gerade kultureller Austausch und künstlerische Zusammenarbeit über Grenzen hinweg die Grundlage für Frieden und Verständigung schaffen können. Wir werden alles uns Mögliche dafür tun, dass diese Bemühungen weitergehen, dass Zusammenarbeit der Friedfertigen möglich bleibt und dafür auch die Mittel der Kunst und der Kultur genutzt werden können. Heute aber ist ein schwarzer Tag für Europa. Wir werden für Aufklärung streiten müssen."

Carsten Brosda
Präsident des Deutschen Bühnenvereins


Aktionen unserer sächsischen Mitglieder:


Landesbühnen Sachsen

Statement zur Situation in der Ukraine inkl. dem Spendenaufruf für die Radebeuler Partnerstadt Obuchiw.
Weiter Informationen im Newsblog https://www.landesbuehnen-sachsen.de/2022-03/ukraine/

Die Landesbühnen Sachsen stellen einen Reisebus für eine Hilfsaktion der Stadt Radebeul zur Verfügung.
Die Beschäftigung einer ukrainischen Puppenspielerin aus Charkow wird vorbereitet.


Oper Leipzig

Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg gegen die Ukraine hat uns alle erschüttert. Unsere Gedanken und Gebete sind bei der tapferen ukrainischen Bevölkerung. Gefasst und mit Wachheit wollen wir mit unserer Arbeit für den Frieden eintreten.  

Prof. Ulf Schirmer (Intendant & GMD) & Lydia Schubert (Verwaltungsdirektorin) 

Die Oper Leipzig hat einen ukrainischen Gastkünstler fest ins Ensemble aufgenommen, ein Musiker hat ihm eine Wohnung zur Verfügung gestellt. Des weiteren hat die Oper Leipzig ihre Gästewohnungen als mögliche Unterkünfte für ukrainische Geflüchtete angeboten

Weitere Informationen: https://www.oper-leipzig.de/de/ukraine-hilfe


Semperoper Dresden

Informationen:
www.semperoper.de
Facebook, Instagram, Twitter


Sorbisches Nationaltheater

Ein Zeichen der Verbundenheit des kleinsten slawischen Volkes zu seinen Nachbarn http://www.ansambl.de/repertoire/einzelveranstaltungen/benefizkonzert/



Theater Chemnitz

BENEFIZKONZERT
KONZERT FÜR DEN FRIEDEN
zugunsten der vom Krieg in der Ukraine betroffenen Menschen
https://www.theater-chemnitz.de


Theater Plauen Zwickau

Das Musiktheaterensemble des Theaters Plauen-Zwickau spricht sich gegen jede Form von Gewalt und Krieg in der Ukraine oder irgendwo auf der Welt aus. Als multikulturelles Ensemble stehen wir für Toleranz, Freiheit und Frieden in der Welt. Im Gedanken sind wir bei den Menschen in der Ukraine und trauern um die Opfer eines sinnlosen Krieges.
www.youtube.com/watch?v=fKggbdmjW3Y&t=3s


Deutsch-Sorbische Volkstheater

Das Deutsch-Sorbische Volkstheater hat Kontakt zu der gerade auf der Flucht befindlichen Choreografin Yana Gumennaya aus Kiew und wird diese wahrscheinlich bis zum Sommer beschäftigen.  

Die Gästezimmer des Theaters werden für Übernachtungen Geflüchteter, die beim Landkreis Bautzen koordiniert werden, zur Verfügung gestellt. 

Ein befreundeter deutscher Regisseur, der sich im Augenblick in Moskau aufhält und schon seit Jahren Projekte in der Ukraine durchführt, ermittelt gerade den Bedarf an einem Bustransport flüchtender Künstler von der polnischen bzw. slowakischen Grenze nach Sachsen. 


Schauspiel Leipzig

Seit dem 28.2. ist die Fassade des Theaters blau-gelb erleuchtet. Zu den Vorstellungen machen Ensemblemitglieder gezielt auf Spendenmöglichkeiten aufmerksam, es werden vom Abenddienst zudem Flyer verteilt, auf denen ein solidarisches Statement und konkrete Spendenmöglichkeiten angegeben sind.

Weitere Infos: www.schauspiel-leipzig.de


Eduard-von-Winterstein-Theater Annaberg Buchholz

LIGHT FOR PEACE 
https://lightforpeace.org/ 


Dresdner Philharmonie

Die Dresdner Philharmonie bietet Geflüchteten aus der Ukraine kostenfreie Tickets für den Besuch eines Konzertes im Kulturpalast an.  Als Nachweis reicht ein ukrainischer Pass oder Ausweisdokument. Für den Konzertbesuch gilt die 3G-Regel. Freikarten gibt es an der Abendkasse (ab 1 Stunde vor Konzertbeginn) oder im Ticketservice des Kulturpalastes (bis zu 14 Tage im Vorlauf). Pro Person ein Ticket - solange der Vorrat reicht!